Wie natürlich sind die Ergebnisse von Botulinumtoxin A, Mesotherapie und Eigenblutbehandlung?



"Hat sie/er etwas machen lassen oder nicht?" Mit dieser Frage sehen sich vor allem prominente Personen konfrontiert, wenn sie nach einer längeren Abwesenheit  plötzlich sichtlich verjüngt und faltenfrei auf die Bildschirme zurückkehren. Aktuell betrifft diese Diskussion Sonja Zietlow, Moderatorin der quotenstarken RTL-Sendung "Ich bin ein Star, holt mich hier raus", deren sichtlich glattere Haut seit Beginn der neuen Staffel fleißig in den sozialen Medien kommentiert wird. Da es zum Moderationskonzept der Show gehört, die mehr oder weniger gelungenen chirurgischen Eingriffe und ästhetischen Behandlungen der Kandidaten bissig zu kommentieren, fielen auch die Äußerungen über Zietlows eigene Veränderung entsprechend hämisch aus.

Die 48-jährige Zietlow reagierte gelassen und gab in einem Interview mit der Bild-Zeitung ohne Umschweife zu, dass sie sich ein- bis zweimal im Jahr Botox spritzen lasse, eine eigens angefertigte Eigenblutcreme verwende und auch mit Mesotherapie und Carboxytherapie behandelt wurde. Zudem habe sie schon 2003 ihre Nasolabialfalte mit Hyaluron unterspritzen lassen.

Bei Botulinumtoxin A kommt es auf die Dosierung an

"Frau Zietlow hat mit der Kombination an Verfahren ein spektakuläres Ergebnis erzielt, lediglich Botulinumtoxin A wurde offensichtlich etwas zu hoch dosiert. Dies kann zu einem maskenhaften Ausdruck mit verringerter Mimik führen", sagt Dr. Britta Knoll, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Mesotherapie. Jeder ästhetische Eingriff habe seine spezifische Wirkung und damit auch seine Berechtigung:

Mesotherapie, Carboxytherapie und Eigenbluttherapie ("PRP") sind sehr sanfte, oberflächliche Methoden, die vor allem die Versorgung der Haut verbessern und auf diese Weise für einen rosigen, straffen Teint sorgen und kleine Fältchen glätten. Das Ergebnis wirkt verjüngend und absolut natürlich, ein "Maskengesicht" ist dabei ausgeschlossen.

Zur Bekämpfung tieferer Falten kommen meist Hyaluron-Filler, mit denen Falten regelrecht aufgefüllt werden können, und eben auch Botulinumtoxin A zum Einsatz. Letzteres wird üblicherweise in den Muskel gespritzt, um das Nervensignal und damit die Muskelanspannung zu blockieren und so die Faltenbildung zu verhindern. Eine zu hohe Dosierung kann aber eben dazu führen, dass die Haut sehr glatt wirkt und sich z.B. die Stirn nicht mehr runzeln lässt. Eine Alternative bietet Meso-Botox: hier wird ebenfalls Botulinumtoxin A eingesetzt, aber in geringeren Dosen, zudem wird nicht in den Muskel, sondern lediglich oberflächlich in die Haut am Ort des Muskelzugs gespritzt. Ergebnis: Auch tiefe Falten werden gemildert, aber der Gesichtsausdruck bleibt ganz natürlich.

All diese Verfahren sind zudem reversibel, weshalb sie nach einigen Monaten wieder aufgefrischt werden müssen. Sicherlich ist das auch ein Grund, warum Sonja Zietlow in der Sendung selbstironisch darüber witzeln kann, dass sie gerne ihre Augenbraue anheben würde, es aber aufgrund der Behandlung nicht könne: in einigen Wochen wird ihr nicht ganz so geglücktes Ergebnis schon wieder vergessen oder zumindest nicht mehr sichtbar sein.